Über
Das Rewards for Justice-Programm hat eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Informationen über Sayf al-Adl ausgesetzt. Al-Adl ist ein ranghoher Führer der Al-Qaida (AQ) mit Sitz im Iran und Mitglied der Majlis al-Shura, des Führungsrates der AQ. Al-Adl leitet auch den Militärausschuss von AQ.
Al-Adl wurde im November 1998 wegen seiner Rolle bei den Bombenanschlägen am 7. August 1998 auf die US-Botschaften in Daressalam in Tansania und Nairobi in Kenia angeklagt und vor ein Bundesgericht gestellt. Bei den Anschlägen wurden 224 Zivilisten getötet und mehr als 5.000 weitere verwundet.
Nach den Bombenanschlägen auf die US-Botschaft 1998 zog al-Adl in den Südosten Irans und lebte dort unter dem Schutz des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps). Im April 2003 stellten die iranischen Behörden ihn und andere AQ-Anführer unter Hausarrest.
Im September 2015 wurden al-Adl und vier weitere hochrangige AQ-Führer im Austausch gegen einen von AQ im Jemen entführten iranischen Diplomaten aus iranischer Haft entlassen.
Al-Adl war ein hochrangiger Leutnant von Abu Musab al-Zarqawi, dem Gründer von Al-Qaida im Irak, aus dem später der Islamische Staat im Irak und in Syrien (Islamic State of Iraq and Syria – ISIS) hervorging.
Bereits 1990 bildeten al-Adl und andere AQ-Aktivisten in verschiedenen Ländern, darunter Afghanistan, Pakistan und Sudan, Mitglieder der AQ und mit ihr verbundener Gruppen, darunter der Ägyptische Islamische Dschihad (Egyptian Islamic Jihad), militärisch und geheimdienstlich aus.
In den Jahren 1992 und 1993 bildete er AQ-Aktivisten und somalische Stammesangehörige, die im Rahmen der Operation Restore Hope gegen die US-Truppen in Mogadischu kämpften, militärisch aus.
Als Oberstleutnant der ägyptischen Spezialeinheiten war er Mitte der 1980er Jahre an den Bemühungen zu einem Umsturz der ägyptischen Regierung beteiligt. 1987 wurde er zusammen mit Tausenden anderer Regierungsgegner nach einem Attentat auf den ägyptischen Innenminister verhaftet. Die Behörden ließen al-Adl frei und degradierten ihn anschließend. 1989 reiste er nach Afghanistan, wo er Ausbilder bei der im Entstehen begriffenen AQ wurde.
Am 23. September 2001 wurde al-Adl in den Anhang der Durchführungsverordnung 13224 (Executive Order 13224) aufgenommen und unterliegt folglich als Speziell Ausgewiesener Globaler Terrorist (Specially Designated Global Terrorist – SDGT) den darin vorgesehenen Sanktionen. Diese Einstufung hat unter anderem zur Folge, dass sämtliches Eigentum und alle Beteiligungen an Eigentümern von al-Adl, die der US-Gerichtsbarkeit unterliegen, gesperrt sind und dass es US-Personen generell untersagt ist, mit al-Adl Geschäfte zu tätigen. Darüber hinaus ist es eine Straftat, wissentlich materielle Unterstützung oder Ressourcen für AQ, einer von den USA klassifizierten Ausländischen Terroristischen Organisation (Foreign Terrorist Organization – FTO), bereitzustellen oder dies zu versuchen oder sich dazu zu verschwören. Al-Adl steht auf der FBI- Liste der meistgesuchten Terroristen.
